Ausschlussdiät beim Hund: So läuft sie ab und worauf es wirklich ankommt

Der Hund kratzt sich ständig, leckt die Pfoten wund, hat immer wieder Ohrenprobleme oder Durchfall. Irgendwann fällt beim Tierarzt das Wort Ausschlussdiät – und viele wissen dann nicht genau, was auf sie zukommt. Wir erklären euch, wie das Prinzip funktioniert, wo die typischen Stolperfallen liegen und was unser Futter dabei leisten kann – und was nicht.
Vorab, ganz ehrlich: Wir sind keine Tierärzte. Eine Ausschlussdiät gehört in tierärztliche Begleitung, und wir versprechen kein Futter, das eine Allergie heilt. Was wir euch geben können: Futter mit genau einer tierischen Proteinquelle pro Sorte und einer offenen Zutatenliste.
Was ist eine Ausschlussdiät?
Bei Verdacht auf eine Futtermittelunverträglichkeit füttert man für einige Wochen nur eine einzige Proteinquelle, die der Hund bisher nicht oder nur selten bekommen hat. Werden die Beschwerden besser, ist das ein Hinweis darauf, dass im früheren Futter etwas steckte, das er nicht verträgt. Danach wird Schritt für Schritt herausgefunden, was genau der Auslöser war.
Das klingt einfach. In der Praxis scheitert es meist an Kleinigkeiten.
Schritt 1: Erst zum Tierarzt
Juckreiz und Verdauungsprobleme haben viele mögliche Ursachen: Parasiten, Umweltallergene, Infektionen – und eben auch das Futter. Bevor ihr mit einer Diät anfangt, sollte der Tierarzt andere Gründe ausschließen. Er sagt euch auch, wie lange die Diät bei eurem Hund dauern soll. Oft sind es mindestens sechs bis acht Wochen, manchmal länger.
Schritt 2: Die Proteinquelle wählen
Ideal ist eine Proteinquelle, die euer Hund noch nie oder nur sehr selten gefressen hat. Welche das ist, hängt davon ab, was er bisher bekommen hat. Geht dafür alle früheren Futtersorten, Leckerli und Kauartikel durch und sprecht die Auswahl mit dem Tierarzt ab. Lamm und Wild haben viele Hunde seltener im Napf als Rind oder Geflügel – ob das bei eurem Hund auch so ist, wisst nur ihr.
Wir haben vier Sorten mit jeweils einer tierischen Proteinquelle:
- Rind mit Gemüse: 69 % Rindfleisch, dazu Karotte, getreidefrei
- Geflügel mit Gemüse: 65 % Geflügelfleisch, dazu Karotte, getreidefrei
- Lamm und Reis: 65 % Lammfleisch, dazu Reis
- Wild und Reis: 65 % Wildfleisch, dazu Reis, außerdem Beeren und ein Schuss Leinöl
Monoprotein heißt: eine tierische Eiweißquelle. Dazu kommen je nach Sorte Karotte oder Reis, Brühe und Mineralstoffe. Die genaue Zusammensetzung steht auf jeder Produktseite und auf der Dose. Wenn euer Tierarzt auch eine bestimmte Kohlenhydratquelle vorgibt oder zum Beispiel Getreide ausschließen möchte, sprecht das vorher durch.
Schritt 3: Konsequent durchziehen
Das ist der schwierige Teil. Während der Diät bekommt euer Hund nur das gewählte Futter. Kein Käsewürfel, keine Scheibe Wurst, kein Kauknochen.
Stellt langsam um, über etwa eine Woche: das neue Futter Schritt für Schritt unter das alte mischen, bis komplett umgestellt ist. Geht nach eurem Hund – bleibt die Verdauung ruhig, könnt ihr zügiger wechseln.
Als Richtwert nennen wir 30–50 g pro kg Körpergewicht am Tag, verteilt auf zwei Mahlzeiten. Alter, Aktivität und Stoffwechsel spielen mit rein, schaut also aufs Gewicht und passt die Menge an.
Die typischen versteckten Proteine
Viele Diäten scheitern nicht am Futter, sondern an Dingen daneben:
- Leckerli und Kauartikel: Ochsenziemer, Schweineohren, Rinderkopfhaut und Trockenfleisch sind reines Protein – oft von der Tierart, die ihr gerade vermeiden wollt.
- Zahnpflege-Snacks und Nahrungsergänzung: Manche enthalten Fleisch- oder Leberaromen.
- Kautabletten: Wurm- oder Flohmittel können Aromen enthalten. Fragt beim Tierarzt nach, ob es eine Alternative gibt.
- Tischreste und Kinderhände: Ein „heimlicher“ Happen zählt.
- Mehrere Hunde im Haushalt: Näpfe trennen und darauf achten, dass der Diät-Hund nicht beim anderen mitnascht.
- Leckerli zum Training: Manche nehmen dafür kleine Stücke vom Diätfutter selbst.
Wenn ihr unsicher seid, ob etwas okay ist: lieber weglassen und den Tierarzt fragen.
Schritt 4: Beobachten und aufschreiben
Führt in den Wochen ein kleines Tagebuch: Juckreiz (zum Beispiel auf einer Skala von 0 bis 10), Kot, Ohren, Pfoten, Besonderheiten. Bei kleinen Veränderungen verliert man sonst schnell den Überblick. Fell, Haut und Verdauung brauchen Zeit – Geduld gehört dazu.
Schritt 5: Wie es danach weitergeht
Werden die Beschwerden besser, geht ihr gemeinsam mit dem Tierarzt in die Provokationsphase: Einzelne frühere Zutaten kommen nacheinander wieder dazu, jeweils mit ausreichend Abstand. So lässt sich herausfinden, worauf euer Hund reagiert.
Ist das Ergebnis klar, sucht ihr ein Futter, das dauerhaft zu eurem Hund passt. Das kann ein bewusst ausgewähltes Monoprotein-Futter sein, muss es aber nicht.
Was unser Futter ist, und was nicht
Jede Sorte enthält nur eine tierische Proteinquelle. Die Zutaten sind auf der Dose und auf der Produktseite deklariert, und wir verwenden keine Soja- oder Zuckerzusätze.
Unser Futter ist ein Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde. Es ist kein Heilmittel und ersetzt keine Diagnose. Bei Welpen, trächtigen oder kranken Hunden sprecht bitte vorher mit eurem Tierarzt.
Unser Fazit
Eine Ausschlussdiät ist Arbeit, aber machbar, wenn man sie sauber angeht: Tierarzt einbinden, eine klare Proteinquelle wählen, wirklich alles andere weglassen und geduldig beobachten. Wir ersetzen keine tierärztliche Begleitung, aber wir sorgen dafür, dass ihr bei der Zutatenliste nicht raten müsst.
Habt ihr Fragen zu unseren Sorten oder zur Zusammensetzung? Schreibt uns an wir@herzblut.info – wir sind selbst Hundemenschen und antworten aus eigener Erfahrung.